Das Professional-Center der Universität zu Köln bietet Studierenden eine Vielzahl an Möglichkeiten, berufsqualifizierende Kompetenzen zu erwerben. In Form von Lehrveranstaltungen, Workshops in Unternehmen, Projekten im Non-Profit-Bereich oder durch persönliches Coaching wird Studierenden die Chance geboten, erste Schritt in Richtung berufliche Zukunft zu gehen. Aber wie ansprechend werden diese Angebote online dargestellt? Welche Informationen erhalten Interessierte auf der Webpräsenz des ProfessionalCenters?

Im Rahmen des Seminars „Schreiben fürs Web“ bei Kristina König haben wir die Webpräsenz des Career-Coaching -Programms beispielhaft analysiert und Emfpehlungen für die Textoptimierung formuliert. Liest hier unsere Ergebnisse:

Was ist wichtig, um einen guten Internetauftritt zu bieten?

Als Web-Texter sollte man vorrangig beachten, wie die eigenen User die Seite wahrnehmen bzw. lesen. Die meisten Leser skimmen oder scannen Homepages und Blog-Einträge lediglich. Hierbei wird nicht jedes Wort, sondern nur gewisse Eckpunkte der Seite wahrgenommen. Nach nur wenigen Sekunden kann der Leser bereits entschieden haben, ob er die Seite gut findet oder sich lieber woanders umschaut. Deswegen ist es als Web-Texter wichtig, auf seine Zielgruppe richtig einzugehen und die Seite so zu gestalten, dass diese auch in den ersten Sekunden überzeugt.

Die scannbaren Details der Career Coaching-Homepage:

Wir haben uns folgende Elemente der Webpräsenz im Detail angesehen – die dem Leser beim ersten Scannen auffallen:

Die Überschrift: Die Überschrift ist das Aushängeschild jeder Unterseite bzw. jedes Blogeintrags. Sie sollte präzise, informativ aber auch ansprechend formuliert sein.
Analyse: Die Überschrift Career-Coaching ist wenig präzise und erweckt beim Leser kaum das Bedürfnis weiterzulesen – außer vielleicht er hätte explizit nach dem Begriff gesucht. Der Titel „Career-Coaching“ klingt nach einer Einleitung für eine Definition und bietet wenig Information darüber, was der Leser auf der Unterseite zu erwartet hat. Ob es sich tatsächlich nur um eine Definition handelt oder um die Möglichkeit an einem Career-Coaching teilzunehmen, verrät weder die Überschrift noch der erste Absatz.

Grafiken und Bilder: Fotos oder Grafiken sind ebenfalls für die Bewertung des Internetauftrittes auf den ersten Blick relevant. Man kann durch sie, Emotionen wecken und Vertrauen bilden. Mithilfe von Grafiken können Informationen optisch aufbereitet werden. Ein aussagekräftiges Foto kann die Botschaft des Textes gut hervorheben.
Analyse: Auf der Homepage des Career-Coaching wurde lediglich ein Bild bzw. Bildausschnitt eingefügt. Der Zusammenhang zwischen Career-Coaching und dem Bild ist jedoch kaum erkennbar. Das Bild löst weder besondere Emotionen aus oder stellt Informationen optisch ansprechend dar. Das Bild hat somit keinen Mehrwert für den Leser und ist ungeeignet.

Unterthemen, Absätze und Zwischenüberschriften: Unterthemen oder Zwischenüberschriften helfen dabei Homepages sinnvoll zu strukturieren und ansprechend zu gestalten (Mehr Infos hier: Die umgekehrte Pyramide: Webtexte richtig strukturieren). Zusätzlich wird dem Leser erleichtert, sich einen ersten Überblick zu verschaffen.
Analyse: In unserem Beispiel sind die Unterthemen zwar klar hervorgehoben und fallen direkt ins Auge. Sie beinhalten jedoch nicht viele Informationen. Insbesondere das Unterthema „Zielgruppe“ enthält lediglich Informationen darüber, wer das Angebot wahrnehmen da. Es wird jedoch keine Empfehlung gegeben, für wen es tatsächlich sinnvoll ist, ein Career-Coaching wahrzunehmen. So könnten Erwartungen bei Interessierten entstehen, die später vielleicht nicht erfüllt werden können.

Ansprache an den Leser: Die Ansprache muss zur Zielgruppe passen. Schafft der Web-Texter dies, kann er durch so einen simplen Kniff bereits eine gewisse Bindung und Sympathie zwischen Leser und Text bzw. Angebot aufbauen.
Analyse: Der Leser wird auf www.professionalcenter.uni-koeln.de/coaching gesiezt, was für die Zielgruppe „Studenierende“ weniger geeignet ist. Zwischen dem Leser und dem Text bzw. der Programm-Koordination wird eine Distanz geschaffen, was für ein Career-Coaching unpassend erscheint. Handelt es sich hier doch um eine individuelle 1zu1 Beratung.

Weiterführende Information zum Download: Zusatzmaterial bieten dem Leser immer einen Mehrwert – sei es eine Broschüre, Referenzen, Zitate oder Studien zum Thema.
Analyse: Hier wir jedoch nur ein Flyer zum Download verlinkt; dieser bietet kaum einen Zusatznutzen – außer die Kontaktdaten auf einem Blick griffbereit zu haben.

Unser Fazit zum Inhalt auf www.professionalcenter.uni-koeln.de/coaching

  • Der Text liefert zwar alle Basics über das Career-Coaching, präsentiert diese jedoch nicht angemessen bzw. zielgruppengerecht.
  • Die Überschrift ist nicht raffiniert genug und macht den Leser wenig neugierig.
  • Der erste Absatz – beim Scannen mit der wichtigste Part – ist weder als neugierg-machender Teaser noch als informative Einleitung geschrieben. Er macht einfach keine Lust aufs Weiterlesen.
  • Und die Tatsache, dass zuerst aufgezählt wird, was das Career-Coaching alles NICHT ist, vermittelt dem Studierenden das Gefühl, dass er sich nicht zu viele Hoffnungen machen und keine falschen oder zu hohen Erwartungen an das Coaching haben sollte.
  • Leider unterstützt das Bild den Inhalt in keinster Weise und wirkt fehl am Platz.
  • Es werden zwar keine Fachbegriffe verwendet, die den Lesefluss beeinflussen oder unverständlich sind.  Jedoch wirkt der Text auf uns als Studentinnen „verstaubt“ und spricht junge Menschen, die auf der Suche nach einer Entscheidungshilfe oder Unterstützung bei der Berufswahl sind, kaum an.
  • Liest man den gesamten Webtext, kann man sich nur schwer vorstellen, dass hinter diesem Angebot eine dynamische, zeitgemäße und vor allem hilfreiche Idee steckt.
  • Man könnte durch Textanpassungen sowie durch Duzen und das Verwenden von ansprechenden Fotos (zum Beispiel von den Coaches) die Wirkung der Unterseite ändern und so das Career-Coaching dynamischer, jünger und persönlicher präsentieren.

Mehr Informationen dazu, wie man einen Webtext optimieren kann, findet ihr hier:

In 6 Schritten Webtexte analysieren und optimieren
Die umgekehrte Pyramide: Webtexte richtig strukturieren
Text von Sabine Schulz.
Gruppenarbeit gemeinsam mit Pia Johnen.
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Allgemein, Web-Praxis, Web-Theorie

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