14. Juli 2016

Kreativ sein, jetzt.

Mit diesen 5 Übungen gelingt kreatives Schreiben ein bisschen besser als ohne diese 5 Schreibübungen. Unbedingt ausprobieren!

Ich möchte keine falschen Erwartungen wecken. Der Artikel wird dich nicht in einen großen Schriftsteller verwandeln. Es handelt sich hierbei nur um einen kleinen Haufen voll Zeichen und Buchstaben. Hier zeig ich dir, wie du deiner Kreativität auf die Sprünge hilfst.

Ansprüche runterschrauben!

Hohe Ansprüche sind eine Volkskrankheit. Leistung ist selbstverständlich. Wer zu viel oder gar Unmögliches von anderen erwartet, dem ist die Enttäuschung gewiss. Er wird sich wahrscheinlich ärgern: „Was ist daran so schwer? Können die sich nicht anstrengen? Allesamt unfähig!“. Ein Groll, den man auch dem sensiblen, kreativen Selbst entgegen bringt, wenn es den eigenen Wünschen nicht gerecht wird. Jedoch: Zielführend ist anders. Zu hohe Ansprüche setzen dich unter Druck und verstopfen die Quelle, aus denen die Ideen sprudeln. Gerade Kreativität ist nicht jederzeit abrufbar. Sei verständnisvoll mit dir selbst und erlaube dir, beschissen zu schreiben. Gib dir Zeit, hetz dich nicht. Denn in der Ruhe liegt die Kraft.

  • Übung 1: Beschissen schreiben

Ich möchte, dass du dein aktuelles Schreibprojekt weiterführst. Falls derzeit nichts in Arbeit ist, wähle ein beliebiges Thema aus und schreibe einen Artikel. Jetzt geht es darum, allen No Go’s den Mittelfinger zu zeigen. Bemühe dich, so schlecht wie möglich zu schreiben und lass einfach mal los.

Wie hat sich das angefühlt? Vielleicht musstest du lachen, vielleicht warst du sogar beeindruckt von deiner eigenen Leistung oder vielleicht fandst du es wahnsinnig beschissen, beschissen zu schreiben und trauerst um die verlorenen 5 Minuten. In jedem Fall kannst du über deinen nächsten Text sagen: Der is‘ besser!

Mach dir Druck! Aber nicht zu viel.

Bisher ging es darum, sich den eigenen Ansprüchen bewusst zu widersetzen. Ziel: Loslassen. Als weitere Möglichkeit bietet sich ein Zeitfenster an, in dem geschrieben werden muss. Wenn man keine andere Wahl hat, dann macht man halt. Und Irgendwas ist immer noch besser als Nichts. Oder zumindest mehr. Und mehr ist definitiv immer besser als weniger, ist doch klar.

  • Übung 2: Freewriting

Überleg dir ein Thema, über das du schreiben möchtest. Themenangebot meinerseits für die Ideenlosen: Thema Zeit. Stell dir einen Wecker auf 10 Minuten. Jetzt schreibst du durchgehend (!) alles auf, was dir dazu durch den Kopf geht. Und der Stift wird erst abgesetzt, wenn der Wecker klingelt!

Wie hat sich das angefühlt? Auch wenn es erst anders scheinen mag: Loslassen heißt nicht die Kontrolle zu verlieren. Viel mehr hilft es, größeres Vertrauen in seine Fähigkeiten zu entwickeln – als Autorin und auch als Mensch hinter dem Stift.

Entspann dich mal!

Nicht ganz so verbissen an die Text Sache ran zu gehen, kann von Vorteil sein. Da man Gedanken nicht beliebig an- und ausschalten kann, sind kurze, spielerische Schreib-Übungen perfekt, um das Hirn ein wenig aufzulockern.

  • Übung 3: Das Zevenaar

Schreib‘ ein Gedicht mit 7 Zeilen. Aber nicht irgendeins! Hier sind die Regeln:

1. Zeile: Ein Ort (z.B.: Im Wald)

2. Zeile: Du tust etwas – schreibe eine Zeile in der „ich“ oder „mich“ vorkommt.

3. Zeile: Frage oder Vergleich stellen.

4. Zeile: Entdecke ein Detail an deinem Ort.

5. Zeile: Stelle das Detail mit einem Zoom scharf

6. Zeile: Wiederhole die erste Zeile.

7. Zeile: Wiederhole die zweite Zeile.

Das darf so oft gemacht werden, wie man Laune hat. Wem das besonders viel Spaß gemacht hat, dem kann ich das Elfchen ans Herz legen. Ein Gedicht aus 11 Wörtern, die wie ein Tannenbaum angeordnet sind.

8…äh 3 Blickwinkel

Du musst kreativ sein. Doch. Dir. Fällt. Einfach. Nichts. Ein. Verdammt. Deine Gedanken drehen sich im Kreis, wie da rauskommen? Ein Wechsel der Perspektive kann helfen.

  • Übung 4: Die Walt Disney Methode

Du musst Ideen für ein Thema finden. Dazu schlüpfst du in drei Rollen, nacheinander.

Rolle 1: Der Träumer

Der Träumer hält alles für möglich. Er geht von einer idealen Welt aus, in der Risiken und Probleme nicht existieren. In dieser Rolle wird grenzenlos fantasiert. Was wäre schön?

Rolle 2: Der Realist

Der Realist ist neutral eingestellt. Nüchtern betrachtet er das Thema von der rein praktischen Seite. Wie ist es umsetzbar? 

Rolle 3: Der Kritiker

Der Kritiker lenkt sein Augenmerk auf die Hürden, Widersprüche und Risiken. Welche Probleme könnte es geben?

Je nach Persönlichkeit fallen die verschiedenen Rollen leichter oder schwerer.

Übung, mach den Scheiß da!

Zu guter Letzt, ein Toptipp für alle Menschen mit schriftstellerischer Aspiration:

  • Übung 5: Das Tagebuch

Schreibe Tagebuch. Das muss nicht jeden Tag sein. Nur für dich, vielleicht sogar mit Schloss. Regelmäßig deine Gedanken nieder zu schreiben, verschafft dir nicht nur Routine im Schreiben, es lässt dir auch Raum, dich stilistisch wild auszutoben. Hilft wirklich, wirklich. Kein Scherz.

Stift packen, jetzt.

PS: Wer in Köln wohnt, kann sich noch mehr Tipps und Tricks hier vor Ort abholen.

Bildquelle: http://www.pixabay.com

 

 

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