Man weint, man lacht, man ist stolz, man schämt sich. Dass Texte verschiedene Emotionen auslösen können ist kein Geheimnis. Doch warum beschäftigen uns einige Texte mehr als andere? Worauf muss ich achten wenn ich einen Text verfassen will, mit dem sich mein Leser auseinandersetzt und der nachhaltig sein Denken und Handeln beeinflusst?

Right into the feels

Ein Text kann positive wie auch negative Emotionen auslösen. Was für Emotionen hat ein Text schon in Ihnen ausgelöst? Schauen wir uns ein paar Beispiele von Online-Schlagzeilen an.

BILD beispiel

Richtig peinlich kann die BILD gut

Man mag gar nicht hinsehen. Man kann aber nicht anders. Die BILD Zeitung schafft es, durch viele Bilder und andere multimediale Unterstützung ihre Texte für eine breite Leserschaft interessant zu gestalten.

RIP Bud

Traurige Nachrichten bei Berlinonline.de

Das Foto des älteren Bud Spencer unterstreicht die traurige Nachricht über seinen Tod.

WM Sieg

Nationalstolz pur! Die Welt sagt’s wie es ist: Deutschland ist Weltmeister!

Sport verbindet. Sollen die großen Sport-Events eigentlich für kulturellen und gesellschaftlichen Austausch zwischen den Völkern sorgen, so führen sie doch auch zu einem sonst in Deutschland kaum spürbaren Nationalstolz. Jeder fühlt sich angesprochen, wenn es heißt: „Deutschland ist Weltmeister!“

Zielgruppe im Auge behalten

Erinnern Sie sich noch an den Stolz, den Sie spürten, als Deutschland Weltmeister wurde? Die Freude! Die Euphorie, die das ganze Land zu durchströmen schien! Natürlich löst ein Text nicht bei jedem Leser die gleichen Emotionen aus. So freuen sich zwar sicherlich viele über den EM Sieg der Portugiesen, andere jedoch hätten lieber die deutsche Nationalmannschaft wieder auf Platz 1 gesehen. Beim Verfassen eines Textes ist es unabdingbar direkt für die gewünschte Zielgruppe zu schreiben.

Über aktuelle Themen berichten

 

spiegel aktuell

Aktuelle Schlagzeile auf der Startseite von Spiegel Online (Stand 15.08.16, 22:24)

Wir assoziieren Wörter mit den unterschiedlichsten Emotionen, die wiederum unsere Handlung beeinflussen. Dabei spielt häufig die Aktualität eines Themas eine wichtige Rolle. Die Euro 2016 ist für viele schon nicht mehr interessant. Stattdessen sorgen Schlagzeilen zu Anschlägen in Deutschland für Angst und Goldmedaillen bei Olympia für Freude. Soll ein Text also bestimmte Emotionen bei Lesern auslösen und sie zu Handeln animieren, sollte das Thema möglichst aktuell sein.

Persönliche Beziehung aufbauen

Zwar reicht es einigen Autoren, einen Text zu verfassen und ihn dann ungelesen in den tiefsten Tiefen der Festplatte versinken zu lassen, den meisten ist es jedoch wichtig, dass ihr Text gelesen wird. Durch die schier grenzenlose Auswahl an Texten im Internet, müssen Sie Ihre Leser durch Personalisierung an sich binden. Dies schaffen Sie zum Beispiel, indem Sie den Individualismus und die Bedürfnisse Ihrer Leser ansprechen, sie durch Ihre Worte rühren oder gemeinsame Feindbilder schaffen. Durch das Einfügen von Zitaten oder Beispielen im Text verstärken Sie die Beziehung zwischen Leser und Autor noch.

Lernen Sie von den Meistern

Ich möchte Sie auf zwei durch und durch unterschiedliche Textbeispiele aufmerksam machen, welche beide starke Emotionen in mir ausgelöst haben.

Mitgefühl erwecken

Bei dem ersten handelt es sich um ein sehr berührendes Panorama von Kerstin Rottmann über einen jungen Arzt, der unheilbar an Krebs erkrankte und seine Erfahrungen mit dem Tod niederschrieb.

Das Mitleid ist die letzte Weihe der Liebe, vielleicht die Liebe selbst.

– Heinrich Heine

Rottmann verwendet zur Untermalung der emotionalen Geschichte Paul Kalaithis Fotos aus seinem Leben. Sie zeigen seine glücklichsten Zeiten: ein Familienfoto mit seiner Frau und seiner Tochter, ihn bei der Arbeit als Arzt und bei seiner Hochzeit. Es ist eine Geschichte, die Mut machen soll.

Für Empörung sorgen

Das zweite Textbeispiel ist ein Essay von Rebecca Solnit, welches zu der Wortneubildung „mansplaining“ („man“ + „explaining“) führen sollte und besonders bei feministischen Lesern Gefühle der Empörung hervorrufen dürfte. In dem Text beschreibt Solnit wie Männer immer versuchen, ihr Dinge zu erklären, weil sie anscheinend das Gefühl haben, dass Solnit als Frau von „solchen Dingen“ keine Ahnung haben kann. Jegliche Versuche Solnits auf das Gespräch einzugehen werden vollkommen ignoriert oder mit gereizten Blicken quittiert.

Let me mansplain

Um ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen, verwendet Solnit in ihrem Essay viele überspitzte Formulierungen, zahlreiche Alliterationen und im Allgemeinen eine sehr bildhafte Sprache, die den Leser sofort fesselt. Sie schafft ein starkes Wir-Gefühl unter Leserinnen, in dem sie viele, teils Extreme Beispiele nennt und bei ihren Beschreibungen die Männer, im Gegensatz zu den Frauen, sehr schlecht aussehen lässt.

Nun sollten Sie eine gewisse Vorstellung davon haben, wie Sie bei Ihren Lesern Gefühle hervorrufen können, die ihr Denken und Handeln beeinflussen. Wenn Sie mehr zum Verfassen von ansprechenden Artikeln oder Blog Posts erfahren möchten, schauen Sie sich gerne auf diesem Blog um. Sie finden zahlreiche spannende und unterhaltsame Einträge zu verschiedenen Themen rund ums Schreiben fürs Web.

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